Lascaux - Centre International

Private Reise in das Herz von Lascaux 4

Olivier Chateret ist Fremdenführer im letzten Nachbau der Lascaux-Höhle, seit dieser 2016 für Besucher geöffnet wurde. Mit Begeisterung führt er die neugierigen Besucher durch die täu-schend echte Rekonstruktion.

Olivier Chateret hegt eine echte Begeisterung für seinen Beruf und die Urzeit. Er stammt aus Azerat, das nur wenige Minuten von Montignac entfernt ist, und hat Kommunikation in Paris und Manchester studiert. Er lebte einige Jahre im brasilianischen Rio, bevor er vor zwei Jahren wieder in sein Heimatdorf zurückkehrte.

Zunächst war er nur in der Hauptsaison als Fremdenführer in Lascaux tätig, wurde dann nach einer vierjährigen soliden und kompletten Ausbildung über die Urzeit und die Höhlenmalerei in das erste Team an Touristenführern für die Lascaux-Höhle aufgenommen.

Mit seiner sensiblen Art teilt er sein Wissen über die Höhle in Französisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch... "Keiner von uns bietet die gleiche Besichtigung an", erklärt er, "wir alle ha-ben unsere eigenen Lieblingsorte je nach Bedeutung und unserem eigenen Verständnis der In-schriften und Bilder." Zu seinen persönlichen Favoriten gehören unter anderem der röhrende Hirsch am Eingang des axialen Seitengangs, die beeindruckende Friese im Saal der Stiere und das umgedrehte Pferd im Atelier von Lascaux.

Lascaux - Centre International

Der röhrende Hirsch

Am Eingang zum axialen Seitengang zeigt Olivier Chateret auf ein Tier. "Dieser Hirsch mit un-wirklich großem Geweih verkörpert den künstlerischen Esprit der Höhle, der Sinn für das Detail am Kopf, das Rechteck, die Punkte... Ganz nah bei uns (der Seitengang ist sehr eng) finden wir ein Ensemble, das eine große Kraft ausstrahlt. Wir müssen unseren Gefühlen freien Lauf lassen und akzeptieren, dass unserem Verständnis hier Grenzen gesetzt werden."

Die Galerie des Imaginären

"In dieser Galerie bezieht sich die Parietalkunst (Felsbilder, die an Wänden von Höhlen oder Ab-ris im Bogen des Kantabrischen Gebirges zwischen 10000 bis 40000 v. Chr. aufgebracht wurden) auf die Urzeit bis zur modernen Epoche, mit Bildern zu universellen und zeitlosen Themen (Spiri-tualität, große Tiere)", erklärt Olivier. "Die Kunst von vor 20000 Jahren hat die Kunst aller Zeiten geprägt. Mit einer 3D-Technologie können die Besucher auf spielerische Weise in der Galerie des Imaginären die Verbindungen zwischen Höhlenmalerei, moderner und zeitgenössischer Kunst erforschen und im Sonderausstellungsbereich einen zeitgenössischen Künstler bewun-dern."

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Das umgedrehte Pferd

"Auf den Hightech-Modulen im Atelier Lascaux, auf denen die verschiedenen Säle der Höhle entschlüsselt werden, ist das Pferd im Ganzen zu sehen", sagt Olivier. "Das ist in der Höhle nicht der Fall, man sieht es entweder von vorne oder von hinten. Für die, die es gemalt haben, war das genauso und dennoch ist das morphologische Verhältnis perfekt. Das führt zu zwei Feststel-lungen: zunächst einmal hatten unsere Vorfahren ein geometrisches Verständnis und außerdem kommunizierten sie untereinander mit einer aufbauenden und gestikulierenden Sprache... Wir sind ganz weit vom Film "Am Anfang war das Feuer" entfernt! Kein Wunder, denn die Maler von Lascaux, das sind schließlich wir!"

Die atmosphärische Frise

Im Saal der Stiere zeigt uns Olivier Chateret wieder Hirsche. "Diese Friese stellt die Modernität von Lascaux dar. Die Künstler sind wie folgt vorgegangen: Das erste Tier ist deutlich zu erken-nen, die anderen sind weiter weg, und je weiter sie weg sind, desto verschwommener sind sie... Manche werden sogar nur durch zwei oder drei Linien und das Relief des Felsens angedeutet. Stellen Sie sich vor... Unsere Vorfahren vor 17000 Jahren kannten die Perspektive! Später findet man sie bei den Malern der italienischen Renaissance wieder."

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Ein Moment für die Entdeckung

"Um die Besucher aufzuklären, ist in jedem der Säle rund um den Nachbau der Höhle ein Touris-tenführer anwesend. Es ist auch möglich, zwanzig Minuten mit einem Touristenführer zu ver-bringen, um die folgende Themen zu vertiefen: Raum und Zeit, Zeichen und Gegenstände, das Imaginäre und seltene und gefährliche Tiere. Treffpunkt ist im Atelier (Saal der Stiere).

PRAKTISCHE INFOS

Das Internationale Zentrum für Höhlenmalerei in Montignac ist täglich geöffnet, im Sommer je nach Terminen von 8 Uhr bis 21 Uhr oder 21.30 Uhr und von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr, andere Zeiträume siehe Webseite.

  • Preis: 20 € für Erwachsene, 12,90 € für Kinder von 5-12 Jahre, Kinder bis 5 Jahre kostenlos. Kombitickets mit Vorzugspreis mit dem Zoo Le Thot und der Fundstätte Laugerie Basse.
  • Kontakt: 05 53 50 99 10. Im Sommer sollte man seinen Besuch unbedingt über Internet vorher reservieren: www.lascaux.fr

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