Centre de la mémoire - Oradour-sur-Glane

11 Gedenkstätten in der Nouvelle-Aquitaine

Wie alle französischen Regionen wurde auch die Nouvelle Aquitaine für immer vom Krieg gezeichnet. Hier finden Sie 11 Orte, die man unbedingt besuchen sollte, um der Opfer zu gedenken, aus der Geschichte zu lernen und sie niemals zu vergessen.

Oradour sur Glane - Village

1. Das „Centre de la Mémoire“* von Oradour-sur-Glane

Dieses 22 km nordöstlich von Limoges gelegene Dorf erlangte durch ein Massaker am 10. Juni 1944 traurige Berühmtheit. Damals hatte eine Einheit der 2. SS Division „Das Reich“ dort 642 Männer, Frauen und Kinder ermordet.

Die bereits 1946 denkmalsgeschützten und jährlich von 300 000 Personen besuchten Ruinen des Orts wurden durch ein *Zentrum der Erinnerung ergänzt, das auf einem durchgängig szenisch unterstützten Lehrpfad bei der historischen Einordnung der Ereignisse hilft.
www.oradour.org

Vom 1. Februar bis einschließlich 15. Dezember täglich geöffnet.
Eintrittspreise: ab 5,20 €, Gruppenermäßigungen

La Base sous-marine de Bordeaux

2. Die „Base sous-marine“* von Bordeaux

Sie ist einer der fünf im zweiten Weltkrieg für die deutsche und italienische Marine an der Atlantikküste erbauten *U-Boot-Stützpunkte. Heute dienen die historischen Räumlichkeiten als Kulturzentrum für zeitgenössische Kunst.
www.bordeaux-tourisme.com
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 13:30 bis 19 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen. Eintrittspreise ab 3 €, jeden 1. Sonntag des Monats Eintritt frei.

3. Das „Musée de la Résistance“* in Limoges

Dieses Museum ist dem französischen *Widerstand während des 2. Weltkriegs gewidmet. Auf einem Rundgang durch 1 400 m² Ausstellungsfläche wird die Geschichte der Résistance und der Deportierungen mit Schwerpunkt auf die Region Haute Vienne geschildert.

Eine informative Gedenkstätte mit dem pädagogischen Auftrag, die Erinnerung lebendig zu erhalten – insbesondere für jüngere Besucher.

www.resistance-massif-central.fr
Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag und Sonntagvormittag, Führungen mit Anmeldung

4. Der Bunker von La Rochelle

Das „Musée Rochelais de la Dernière Guerre“ (Museum des letzten Weltkriegs von La Rochelle) ist in einem echten alten Bunker untergebracht, der zwischen 1939 und 1945 für die Kommandantur der in der „Base sous-marine de La Rochelle“ stationierten U-Boote erbaut wurde.
Anhand von Fotos, Gegenständen, Dokumenten und Videos wird in diesem Bunker von der Besatzungszeit zwischen 1939 und 1945 in La Rochelle und Umgebung berichtet.

Von Februar bis Dezember geöffnet, alljährlich im Januar geschlossen. Eintrittspreise ab 5,50 €.

5. Das „Musée de la Résistance“* von Peyrat-le-Château

50 km östlich von Limoges zeigt das *Widerstands-Museum von Peyrat-le-Château in drei Ausstellungsräumen den „Maquis“, also die in den Widerstand gegangenen Partisanen, die Rolle der Frauen in der Résistance, die Dramen von Tulle und Oradour-sur-Glane sowie
die Befreiung von Limoges. Ergänzend kann der Besucher auch den Dokumentarfilm „Première Brigade“ von F. Perlier ansehen, ein lebendiges Zeitzeugnis über die Partisanengruppe von Georges Guingouin, der als Premier Maquisard de France bekannt ist.

www.cheminsdememoire.gouv.fr

Öffnungszeiten: vom 15. Juni bis 15. September Dienstag - Sonntag 14:30 bis 17:30 Uhr.
Gruppen-Führungen auf Anmeldung das ganze Jahr über. Eintrittspreise: 3,50 € pro Person. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.

6. Das „Mémorial* de la Résistance“ in Chasseneuil-sur-Bonnieure

Dieses 37 km von Angoulême gelegene imposante *Mahnmahl wurde zum Gedenken an die 1.465 Märtyrer der Résistance sowie die im 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den Regionen Charente und Charente Maritime errichtet. Es ist zugleich eine Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer und eine staatliche Kriegsgräberstätte, „nécropole nationale“ genannt.
www.cheminsdememoire.gouv.fr
Frei zugänglich.

7. Der „Cimetière des gueules cassées“* in Cadillac

Mitten im Sauternais, 40 km südlich von Bordeaux, liegt der „Friedhof der Vergessenen“, auch „Friedhof der Verrückten“ genannt, an der Rückseite der ehemaligen psychiatrischen Klinik. Hier wurden 98 gesichts- oder gehirnversehrte Soldaten des 1. Weltkriegs begraben, die man in Frankreich als „Gueules cassées” (*kaputte Visagen) bezeichnet.

www.cheminsdememoire.gouv.fr

Frei zugänglich.

8. Das Internierungslager in Gurs

Das Lager von Gurs en Béarn (40 km von Pau und 5 km von Navarrenx entfernt) war eines der größten von ganz Frankreich: Auf 5 km Länge und 500 m Breite hatte man 4 Blöcke mit insgesamt 400 Baracken gebaut, um hier Flüchtlinge aus Spanien (spanische Republikaner sowie Kämpfer der internationalen Brigaden) nach der Machtergreifung durch General Franco zu internieren. Außerdem befanden sich jedoch auch Kommunisten und sonstige „Unerwünschte“ unter den ca. 64.000 Menschen, die hier zwischen März 1939 und der Schließung am Ende des Kriegs, im August 1944 festgehalten wurden. 1.072 von ihnen kamen ums Leben. 1994 wurde ein Mahnmal an der Eisenbahnlinie, dem Symbol für die Deportierung, errichtet.

www.campgurs.com

Frei zugänglich.

9. Das „Centre Régional Résistance et Liberté“* inThouars

Das 70 km von Poitiers und 80 km von Niort im Département Deux-Sèvres gelegene Regionale Zentrum *„Widerstand & Freiheit“ ist eine kulturell und pädagogisch ausgerichtete Einrichtung, welche die Werte des Widerstands, der Staatsbürgerschaft und Solidarität weitervermitteln soll. Eine innovativer Anlage, die auf Grundlage der Ereignisse im Zweiten Weltkrieg und der Personen und Aktionen des regionalen Widerstands in der Zeit von 1933 - 1945 erreichen möchte, „dass ein Jeder seine Freiheit begreift und lebt.“
www.crrl.fr

Öffnungszeiten: vom 6. Februar bis 31. März: Dienstag - Freitag 14:30 bis 18 Uhr. Vom 1. April bis 30. September: Dienstag - Freitag sowie Sonntag: 14:30 bis 18 Uhr. Sonn- und Feiertags geschlossen.

Gruppen (mindestens 10 Personen): auf Anmeldung täglich von 9 bis 18 Uhr.
Während der französischen Weihnachtsferien geschlossen.
Eintrittspreise: ab 2 €, für Kinder unter 12 Jahren ist der Eintritt frei.

10. Das Forschungszentrum und Museum Edmond Michelet in Brive-la-Gaillarde

Ein Dokumentationszentrum, in dem persönliche und Zeitdokumente rund um den Widerstandskämpfer und Politiker Edmond Michelet archiviert sind, und zugleich ein öffentliches Museum. In neun Ausstellungsräumen kann man verschiedene Aspekte des Zweiten Weltkriegs entdecken: die Résistance und Deportierungen, das Vichy-Regime und seine Propaganda in Bildern, das Alltagsleben während der Besatzungszeit und die Befreiung von Brives.

Das Museum besitzt eine bemerkenswerte Kollektion von über 400 französischen Propaganda-Plakaten aus dem zweiten Weltkrieg.
http://centremichelet.brive.fr

Öffnungszeiten: vom 1. Oktober bis 30. April: Montag - Samstag 13 bis 18 Uhr. Feiertags und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen.

Vom 2. Mai bis 30. September: Montag - Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 13 - 18 Uhr. Feiertags (außer am 15. August) geschlossen.

Frei zugänglich.

Monument aux morts de Gentioux-Pigerolles

11. Das Ehrenmal von Gentioux-Pigerolles

„Maudite soit la guerre“ (verflucht sei der Krieg) verkündet ein Grundschüler in Holzpantinen, die Schirmmütze in der Hand. Seine Faust weist auf die 58 in die Steinstele eingravierten Namen. Er verkörpert die Trauer und Wut über einen im 1. Weltkrieg verlorenen Vater.

Dieses 1922 in Gentioux-Pigeolles, in der Creuse (30 km von Aubusson) errichtete Ehrenmal, das die Absurdität von Kriegen anprangert, wurde zu einem traditionellen Treffpunkt für Pazifisten, wenn alljährlich am 11. November in ganz Frankreich des Waffenstillstands von 1918 gedacht wird.

Seit 1990 steht es unter Denkmalsschutz.

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